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„Starkregen und Hangwasser“

Seminar am 24. April 2020

im Schloß Haindorf/Langenlois

 

Starkregen und Hangwasser und mögliche Auswirkungen auf die örtliche Raumplanung

Gemeindeverwaltungen und Feuerwehren stehen offensichtlich den Anforderungen auf Reaktionen zu Starkregen und den daraus folgenden Beeinträchtigungen auf dem Gemeindegebiet gegenüber.

Die Gemeindeverwaltungen sind durch die Bautätigkeit und den vielfachen Umwidmungen landwirtschaftlicher Flächen zu Bauland mit neuen Beurteilungskriterien gefordert.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Feuerwehren, die auf die kurz auftretende Gefährdung in Folge Alarmierung der Einsatzkräfte nicht reagieren können. Aufziehende Gewitter sind zwar in den Wetternachrichten als Warnung gegeben, darauf hin kann jedoch die freiwillige Feuerwehr nicht in Bereitschaft gehen. Für die Gemeindeverwaltungen ist die Grenze noch schwerer zuziehen, weil vielfach die Schäden durch solche Wetterereignisse in privatem Bereich liegen, wenn gleich die Benützbarkeit der öffentlichen Infrastruktur in der Hand der Verwaltung liegt.

Auswirkungen

Sicher sind die Ursachen und die Reaktionen auf die Ereignisse von den verschiedenen betroffenen Personengruppen unterschiedlich dargestellt, wenngleich mehrere zusammenkommende Faktoren immer größere Schäden nach sich ziehen.

· Simplifizierung bei den Gebäudeplanungen und höherer Ausstattungsgrad der Gebäude

                          - sagen die Versicherer

· Unwillige Anwendung der Gesetze und Verordnung, so wie mangelndes Wissen bei den Planern

                          - deuten die Behörden an

· geerbte „Bausünden“

                          - vermuten die Eigentümer

· nicht berücksichtige Veränderungen bei Schaffung von Bauland und Veränderungen bei den Nutzungen von landwirtschaftlichen Flächen

                          - meinen die Aktivisten des Umweltschutzes

Tatsache ist jedoch, dass die betroffenen Personen offensichtlich leichter Schuldzuweisungen auf die anderen Gruppen erbringen, als sich mit den Auswirkungen und Ursachen objektbezogen zu befassen.

In Niederösterreich hat sich auf Initiative des Bundes und einiger Bundesländer ein Kompetenzzentrum gebildet, das den Gemeinden wie auch einzelnen betroffenen Personen für Neuplanungen und Beurteilungen Hilfestellungen zukommen lassen kann (EPZ).

Inhalte

Nachstehendes Seminar soll das Ziel aufzeigen, dass es beginnend bei der Baulandwidmung, bei der Führung von Straßen und Ausführungen von Kanälen bereits ausreichende technische Grundlagen gibt, die eine Einstufung als Bauland, bei Umwidmungen, gewisse Kataloge für beizubringende Unterlagen bzw. deren Berücksichtigung bei der Umwidmung und technischen Ausstattung ermöglicht.

Im Seminar wird zum Thema eine Definition mit einen Überblick auf die Statistik im Bereich von NÖ vorgestellt und auf die tatsächlichen nachweisbaren Auswirkungen von Starkregen hingewiesen.

Es ist natürlich nicht möglich, dass Sicherungsmaßnahmen ausschließlich durch die öffentliche Hand getragen werden, sondern es muss jeder einzelne „Bauherr“ im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für Ableitung der Niederschlagswässern, Bebauungsart und Niveau, sowie für möglicherweise notwendige Retentionsmaßnahmen verantwortlich zu machen ist.

Eine Stadtgemeinde im östlichen NÖ hat in einem Vorlauf von 10 Jahren, den Entschluss gefasst, dass die hügelige Umgebung, die damals ausschließlich landwirtschaftlich genutzt wurde und wo die Absicht bestand, die Entwicklungsflächen für Wohngebäude, wie auch für Gewerbebetriebe umzuwidmen, einer entsprechenden Untersuchung und einem Projekt zuzuführen. Schrittweise wurden die einzelnen Flächen, logisch aufeinander abgestimmt, mit den notwendigen in der Voruntersuchung dargestellten Maßnahmen entwickelt. Das Ergebnis, wie auch die Kosten für das Gesamtprojekt bzw. auflaufende Maßnahmen für die einzelnen Bauwerber sind dargestellt.

Es lässt sich dabei leicht ablesen, dass die sorglose Flächenaufteilung in Straßen, Gehwege und Bauparzellen, nicht ausreichend ist, um den Anforderungen in der Aufrüstung von Grünland auf Bauland gerecht zu werden.

Die zeitliche Abfolge von auftretenden Niederschlägen und Sicherungen gegen die Auswirkungen der Niederschläge lässt sich im normalen Alarmierungsplan der Einsatzkräfte nicht festmachen. Reaktionszeiten von 10 und 15 Minuten sind üblicherweise bei freiwilligen Feuerwehren in der Gefahrenabwehr nicht realisierbar, wenn nicht entsprechend bauliche Vorkehrungen dafür Sorge tragen, dass die momentan auftretenden Gefährdungen durch diese baulichen Maßnahmen zeitlich verzögert werden können. Dazu ist es natürlich notwendig, dass auch die Einsatzorganisationen zusammen mit den Gemeindeverwaltungen, die ja zumeist bekannten Stellen in der Topographie benennen, wo solche Auswirkungen schon bei einem Gewitter auftreten, ohne dass jetzt größere Wetterlagen vorhanden sein müssen (wie dies bei Sommergewittern üblich ist)

Historische Entwicklung

In den ersten Recherchen zu diesem Seminar hat sich herausgestellt, dass vor längerer Zeit bereits in vielen Gemeinden Sickermulden oder Auffangmulden an bekannten Stellen hergestellt wurden, in denen sich Niederschlagswasser sammeln konnte. Auch die Pferdeschwemmen, die historisch gewachsen, in kleinen Ortschaften als Retentionsbecken, funktionieren konnten, sind ja mit Kanalisierung und Verlegung von Wasserleitungen zumeist verschwunden.

In der Nachschau stellt sich dann heraus, dass die Wiesenmulden, die für ein Verzögern des abfließenden Wassers vorgesehen waren, zumeist wieder der landwirtschaftliche Nutzung oder der Verwucherung preisgegeben wurden.

Die Themenstellung ist so bearbeitet, dass die Techniker und Kommandanten der Feuerwehr, wie auch die Verantwortlichen in den Gemeinden, einen Überblick über die Voraussetzungen und Auswirkungen bzw. die möglichen Gefahrenabwehren in baulicher Hinsicht treffend hergestellt werden können.

Feuerwehr

Für die Feuerwehren sind die üblichen Alarmierungspläne und – zeitvorgaben nicht umsetzbar, weil die Ereignisse zu kurzfristig auftreten. Einsatzleiter können nur auf Austausch von Erfahrungen und auf örtliche Kenntnisse setzen. Erfolgreich können solche Einsätze nur dann sein, wenn ein Mindestmaß an Eigenvorsorge durch die Planer und Bauherrn erbracht ist.

Behörden/Planer

Im Genehmigungsfall wäre an den bekannten „Gefahrentopografien“ besonderer Hinweis notwendig. Die Vorgaben der OIB- Richtlinien und somit die NÖ.BTVO sind besonders darzustellen und auf die Erbringung zu prüfen.

Nachrüstungen

Das nachträgliche Ausrüsten von technischen Maßnahmen ist zwar möglich, aber jedenfalls aufwendiger und kann nicht optimal eingesetzt werden.

EPZ- Elementarschaden Präventionszentrum

Dazu kommt noch der Servicedienst des EPZ (Elementarschaden-Präventionszentrum), das Niederösterreichweit Serviceleistungen über Anfrage zur Verfügung stellt. Diese Organisation bringt die darstellbaren Schadensbilder aus diesen Ereignissen, ebenso wie die technischen Einrichtungen, die zur Verfügung stehen, um eventuell auftretende Schäden im Einzelfall zu minimieren. Darüber hinaus stellt diese Organisation die Hilfeleistungen von Fachleuten vor, die mit diesen speziellen Themengebieten den einzelnen Betroffenen wie auch den Gemeinden zur Verfügung steht.

 

Seminar „Starkregen und Handwasser“

am 24. April 2020

im Schloß Haindorf / Langenlois

 

„Starkregen und Hangwasser“
Seminar am 24. April 2020
im Schloß Haindorf/Langenlois